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Collage Sachsen-Anhalt mit Wasserfall im Harz, Wörlitzer Gartenreich und Schloss Quedlinburg

Der Brocken – höchster Gipfel des Harzes

Mit 1.141 Metern überragt der Brocken den Harz und gilt zugleich als höchster Berg Norddeutschlands. Seine markante Kuppe ist schon aus weiter Entfernung zu erkennen und gehört untrennbar zum Bild des Harzes.

Der Weg hinauf ist Teil des Erlebnisses. Mehrere Wanderwege führen durch den Nationalpark, vorbei an Wäldern und durch die zunehmend offene Landschaft der Hochlagen. Mit zunehmender Höhe wird die Landschaft rauer, bis sich schließlich das Brockenplateau öffnet. Wer den Aufstieg nicht zu Fuß bewältigen möchte, kann mit der Brockenbahn bis zum 1.125 Meter hoch gelegenen Brockenbahnhof, dem höchstgelegenen Schmalspurbahnhof Deutschlands, fahren. Je nach Fahrplan und Betriebslage kommen Dampf- oder Diesellokomotiven zum Einsatz.

Oben zeigt sich der Brocken oft von seiner eigenwilligen Seite. Nebel, kräftiger Wind und schnell wechselndes Wetter gehören hier dazu. Öffnet sich die Wolkendecke, reicht der Blick weit über den Harz und das Harzvorland. Doch auch ohne klare Fernsicht besitzt der Gipfel eine besondere Atmosphäre – karg, rau und ein wenig geheimnisvoll.

Rund um das Gipfelplateau gibt es noch mehr zu entdecken. Das Brockenhaus informiert über die Natur und Geschichte des Berges, während der Brockengarten einen Einblick in die Pflanzenwelt der Hochlagen gibt. Ein Rundweg führt zu verschiedenen Aussichtspunkten und Spuren der wechselvollen Brockengeschichte.

Gut zu wissen: Auf dem Brocken ist es häufig deutlich kühler und windiger als im Tal. Feste Schuhe, wetterfeste Kleidung und eine zusätzliche Jacke gehören deshalb auch im Sommer ins Gepäck.

Fakten zum Brocken

Höhe: 1.141 Meter

Lage: Nationalpark Harz bei Schierke

Erreichbar: über Wanderwege oder mit der Brockenbahn

Brockenbahnhof: 1.125 Meter über dem Meeresspiegel

Auf dem Gipfel: Brockenhaus, Brockengarten und Brockenrundweg

Der Hexentanzplatz – Sagen und Weitblick über dem Bodetal

Geschnitzte Teufelsfigur auf dem Hexentanzplatz bei Thale

Geschnitzte Teufelsfigur auf dem Hexentanzplatz bei Thale – eigene Aufnahme.

Hoch über Thale liegt mit dem Hexentanzplatz einer der bekanntesten Orte im Harz. Das Felsplateau befindet sich auf 454 Metern Höhe und fällt steil zum Bodetal ab. Von den Aussichtspunkten öffnet sich der Blick in die tief eingeschnittene Schlucht der Bode und hinüber zur Rosstrappe – eine Landschaft aus Felsen und dicht bewaldeten Hängen, die geradezu wie geschaffen scheint für die Sagen und Geschichten, die sich um diesen Ort ranken.

Hinauf führen gleich mehrere Wege. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann bis auf den Hexentanzplatz fahren und dort parken. Viel schöner ist für mich allerdings die Fahrt mit der Kabinenbahn von Thale. Schon während die Gondel über das Bodetal nach oben schwebt, eröffnen sich immer neue Blicke auf die Felsen und das Tal. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, erreicht das Plateau außerdem über verschiedene Wanderwege.

Oben angekommen, ist der Hexentanzplatz längst mehr als ein Aussichtspunkt. Hexen, Teufel und andere Sagenfiguren begegnen einem an vielen Stellen. Mit dem im Herbst 2024 eröffneten Hexendorf, dem fantastischen Haus der Hexe, der Walpurgishalle und dem HARZEUM greift der Platz seine sagenhafte Geschichte auf, ohne dass man dafür bis zur Walpurgisnacht warten muss. Die Walpurgishalle selbst stammt bereits aus dem Jahr 1901. Im Inneren erinnern fünf große Wandgemälde mit Szenen aus Goethes Faust und anderen Walpurgissagen an die lange Verbindung des Ortes mit der Harzer Sagenwelt.

Ganz besonders zeigt sich diese Seite des Hexentanzplatzes jedes Jahr in der Nacht zum 1. Mai. Zur Walpurgisnacht gehören Hexen und Teufel im Harz einfach dazu, und der Hexentanzplatz ist einer ihrer bekanntesten Schauplätze. Dabei reicht die Geschichte des Plateaus viel weiter zurück: Reste einer vorgeschichtlichen Befestigungsanlage, des sogenannten Sachsenwalls, weisen auf eine Nutzung bereits in der frühen Eisenzeit hin. Geschichte und Sage liegen hier ungewöhnlich dicht beieinander.

Auch für Familien lässt sich auf dem Hexentanzplatz problemlos ein ganzer Ausflugstag verbringen. Im Tierpark Hexentanzplatz leben mehr als 70 Tierarten, darunter viele Vertreter der heimischen Harzer Tierwelt. Wer es etwas rasanter mag, kann mit dem Harzbob über die Sommerrodelbahn sausen. Gerade mit Kindern ist das eine schöne Abwechslung zwischen Aussicht, Sagenwelt und Spaziergang über das Plateau.

Nicht fehlen darf das Harzer Bergtheater. Die traditionsreiche Freilichtbühne liegt direkt auf dem Hexentanzplatz und wurde nach einem umfangreichen Umbau im Mai 2025 wiedereröffnet. Theater, Musicals, Konzerte und Märchen werden hier vor einer Kulisse gespielt, die kaum besser zum Harz passen könnte. Wer eine Abendveranstaltung besucht, sollte allerdings die Rückfahrt vorher planen: Zu den Abendvorstellungen fährt die Kabinenbahn nicht.

Gut zu wissen: Der Hexentanzplatz eignet sich nicht nur als kurzer Aussichtsstopp. Tierpark, Harzbob, Bergtheater und die verschiedenen Angebote rund um Hexen und Sagen machen ihn zu einem Ziel, für das sich durchaus mehrere Stunden einplanen lassen. Wer zusätzlich die Rosstrappe besuchen möchte, startet dafür auf der gegenüberliegenden Seite des Bodetals.

Fakten zum Hexentanzplatz

Höhe: 454 Meter

Lage: oberhalb von Thale am Bodetal

Erreichbar: mit dem Auto, mit der Kabinenbahn, zu Fuß oder per Linienbus

HATIX: Übernachtungsgäste in teilnehmenden Bodetal-Orten können die Busse mit dem Harzer Urlaubs-Ticket kostenlos nutzen.

Aussicht: Bodetal, Rosstrappe und Harzlandschaft

Vor Ort: Harzer Bergtheater, Tierpark, Harzbob, Hexendorf, fantastisches Haus der Hexe, Walpurgishalle und HARZEUM

Besonderheit: einer der bekanntesten Schauplätze der Walpurgisnacht im Harz

Die Rosstrappe – sagenhafter Blick ins Bodetal

Aussichtsplattform der Rosstrappe über dem Bodetal bei Thale

Rosstrappe Aussichtsplattform

Aussichtsplattform der Rosstrappe hoch über dem Bodetal bei Thale, gesehen von der Kabinenbahn zum Hexentanzplatz.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hexentanzplatzes wartet mit der Rosstrappe einer der eindrucksvollsten natürlichen Aussichtspunkte im Bodetal. Der Granitfelsen erreicht eine Höhe von 403 Metern. Rund 250 Meter über der rauschenden Bode befindet sich jene auffällige Vertiefung im Fels, die seit Jahrhunderten als sagenhafter Hufabdruck bekannt ist. Von hier fällt der Blick tief hinunter in das Felsental, hinüber zum Hexentanzplatz und bei klarem Wetter sogar bis zum Brocken.

Ihren Namen verdankt die Rosstrappe einer der bekanntesten Harzsagen. Der Überlieferung nach floh Königstochter Brunhilde auf ihrem Pferd vor dem Raubritter Bodo. Mit einem gewaltigen Sprung setzte das Pferd über die Schlucht und hinterließ dabei seinen Hufabdruck im Felsen. Die auffällige Vertiefung ist noch heute zu sehen und hat die Fantasie über Jahrhunderte beflügelt. Am Sagenpavillon nahe der Bergstation wird die Geschichte noch einmal anschaulich erzählt.

Schon der Weg hinauf lässt sich ganz unterschiedlich gestalten. Wer gern wandert, erreicht die Rosstrappe unter anderem über den Präsidentenweg von Thale. Bequemer geht es mit dem Auto, dem Linienbus oder mit dem Sessellift vom Bodetal aus. Wer mit dem Auto kommt, findet oben einen gebührenfreien Parkplatz.

Oben lohnt es sich, nicht nur direkt zum berühmten Hufabdruck zu gehen. Rund um die Rosstrappe liegen mehrere Aussichtspunkte, von denen sich immer wieder neue Perspektiven auf das Bodetal und den gegenüberliegenden Hexentanzplatz ergeben. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann den Besuch deshalb gut mit einer längeren Wanderung im Bodetal verbinden.

Auch geschichtlich hat der Felsen mehr zu erzählen als nur die Sage von Brunhilde und Bodo. In der Nähe befinden sich die Überreste der Winzenburg, einer prähistorischen Fliehburg aus der Jungsteinzeit. Die rund 25 Hektar große Anlage war von einer etwa 500 Meter langen Wallanlage aus Felsblöcken und Erdaufschüttungen umgeben. 1860 wurde dort der Winzenburgturm als Aussichtsturm errichtet, heute ist er nicht mehr zugänglich.

Wer die Harzer Wandernadel sammelt, sollte außerdem das Stempelheft nicht vergessen: Die Rosstrappe ist die Stempelstelle 71. Und gerade zusammen mit dem Hexentanzplatz bietet sich hier ein schöner Kontrast – drüben Hexen, Theater und zahlreiche Attraktionen, auf dieser Seite Felsen, Sage und der Blick tief hinunter ins Bodetal.

Gut zu wissen: Die Rosstrappe ist zu Fuß über den Präsidentenweg, mit dem Sessellift, mit dem Auto oder per Linienbus erreichbar. Gäste der Bodetalorte Allrode, Altenbrak, Friedrichsbrunn, Stecklenberg, Thale, Treseburg und Wendefurth können den Linienbus mit dem Harzer Urlaubs-Ticket kostenlos nutzen.

Fakten zur Rosstrappe

Höhe: 403 Meter

Hufabdruck: rund 250 Meter über der Bode

Lage: am linken Bodeufer oberhalb von Thale, gegenüber dem Hexentanzplatz

Erreichbar: zu Fuß über den Präsidentenweg, mit Sessellift, Auto oder Linienbus

Parken: gebührenfreier Parkplatz

Aussicht: Bodetal, Hexentanzplatz und bei klarem Wetter bis zum Brocken

Besonderheit: sagenhafter Hufabdruck im Granitfelsen

Harzer Wandernadel: Stempelstelle 71

In der Nähe: Sagenpavillon und Überreste der Winzenburg

HATIX: kostenlose Busnutzung für Gäste teilnehmender Bodetalorte

Die Teufelsmauer – bizarre Felsen am Rand des Harzes

Wandern an der Teufelsmauer im Harz, Stempelstelle Harzer Wandernadel

Wandern an der Teufelsmauer im Harz, Stempelstelle Harzer Wandernadel

Foto © Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH / Maximilian Wiesenbach

Schon von Weitem fällt sie ins Auge: Wie eine gewaltige steinerne Mauer ziehen sich die Felsen der Teufelsmauer durch das nördliche Harzvorland. Wer in Richtung Wernigerode oder Blankenburg unterwegs ist, kann einige ihrer markanten Formationen bereits aus der Ferne erkennen. Aus der Nähe zeigt sich erst, wie ungewöhnlich diese Landschaft tatsächlich ist. Schmale Felsrippen, einzelne Felstürme und zerklüftete Sandsteinformationen ragen unvermittelt aus Feldern und Wäldern empor.

Die Teufelsmauer besteht aus harten Sandsteinen der Oberkreide. Im Abschnitt bei Weddersleben sind die Felsen aus etwa 83 Millionen Jahre altem Heidelberg-Sandstein aufgebaut. Bei der Heraushebung des Harzes wurden die ursprünglich waagerechten Gesteinsschichten steil aufgerichtet. Später trugen Verwitterung und Erosion die weicheren Gesteine ab – zurück blieben die widerstandsfähigen Felsrippen, die heute weithin sichtbar aus der Landschaft herausragen.

Dabei ist die Teufelsmauer keine geschlossene Felswand. Auf einer Strecke von mehr als 20 Kilometern zwischen Blankenburg und Ballenstedt treten ihre Felsen an mehreren Stellen zutage. Zu den bekanntesten Formationen gehören der Großvater- und Großmutterfelsen bei Blankenburg, das Hamburger Wappen bei Timmenrode, Königstein, Mittelsteine und Papensteine bei Weddersleben sowie die Gegensteine bei Ballenstedt. Besonders markant ist der etwa zwei Kilometer lange Abschnitt zwischen Weddersleben und Warnstedt.

Wer die Teufelsmauer zu Fuß entdecken möchte, kann dem Teufelsmauer-Stieg folgen. Seit 2009 verbindet der Themenwanderweg die sichtbaren Felsabschnitte zwischen Blankenburg und Ballenstedt und führt an zahlreichen bekannten Formationen vorbei. Es muss aber keineswegs gleich die gesamte Strecke sein. Rund um Weddersleben, Timmenrode und Blankenburg gibt es kürzere Rundwege und Möglichkeiten, einzelne Abschnitte gezielt zu erkunden.

Gerade diese Möglichkeit macht die Teufelsmauer auch interessant, wenn keine lange Wanderung geplant ist. Bei Blankenburg lässt sich beispielsweise der Großvaterfelsen entdecken, bei Timmenrode führt ein Weg zum Hamburger Wappen und rund um Weddersleben liegen Königstein, Mittelsteine und Papensteine dicht beieinander. Von den höher gelegenen Wegen und Felsen öffnen sich immer wieder weite Blicke über das Harzvorland.

Natürlich wäre der Name „Teufelsmauer“ ohne eine Sage nur halb so schön. Der Überlieferung nach wollte der Teufel eine gewaltige Mauer errichten, um sein Reich von dem des Herrgotts zu trennen. Fertig werden musste sie innerhalb einer einzigen Nacht bis zum ersten Hahnenschrei. Doch eine Bauersfrau erschrak beim Anblick des Teufels, stolperte und ihr Hahn begann zu früh zu krähen. Der Teufel glaubte, seine Zeit sei abgelaufen, und zerstörte wütend Teile seines fast vollendeten Bauwerks. Die verstreuten Felsen sollen bis heute davon zeugen.

Bemerkenswert ist auch die Geschichte ihres Schutzes. Bereits 1833 verbot der preußische Landrat Friedrich Ludwig Weyhe, an der Teufelsmauer Steine und Sand abzubauen. 1852 folgte ein weiterer Schutz, und der Abschnitt bei Weddersleben ist seit 1935 als Naturschutzgebiet gesichert. Damit gehört die Teufelsmauer zu den früh geschützten besonderen Landschaften Deutschlands. 2006 wurde sie außerdem als Nationaler Geotop ausgezeichnet.

Gut zu wissen: Die Teufelsmauer lässt sich sehr gut abschnittsweise erkunden. Wer keine längere Wanderung unternehmen möchte, kann sich gezielt eine der bekannten Felsformationen aussuchen. Da Teile der Teufelsmauer unter Naturschutz stehen, sollten die ausgewiesenen Wege nicht verlassen werden.

Fakten zur Teufelsmauer

Lage: nördliches Harzvorland zwischen Blankenburg und Ballenstedt

Ausdehnung: mehrere voneinander getrennte Felsabschnitte auf mehr als 20 Kilometern – einzelne Bereiche lassen sich auch unabhängig voneinander erwandern

Gestein: harte Sandsteine der Oberkreide; bei Weddersleben etwa 83 Millionen Jahre alter Heidelberg-Sandstein

Bekannte Felsen: Großvater und Großmutter, Hamburger Wappen, Königstein, Mittelsteine, Papensteine und Gegensteine

Harzer Wandernadel: Stempelstellen 74, 76 und 188

Das Josephskreuz – Weitblick über den Südharz

Josephskreuz auf dem Auerberg im herbstlichen Harz

Josephskreuz auf dem Auerberg

© Standortentwicklungsgesellschaft Mansfeld-Südharz mbH

Auf dem 580 Meter hohen Großen Auerberg bei Stolberg erhebt sich das Josephskreuz weit über die Baumwipfel. Die 38 Meter hohe Stahlkonstruktion gilt als größtes eisernes Doppelkreuz der Welt und ist mit ihrer ungewöhnlichen Form schon von Weitem zu erkennen. Rund 100.000 Niete halten das gewaltige Bauwerk zusammen. Seine Stahlfachwerkbauweise erinnert nicht zufällig an den Pariser Eiffelturm – Elemente seiner Konstruktion dienten beim Wiederaufbau Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich als Vorbild.

Schon der Weg zum Josephskreuz gehört zum Ausflug. Vom Parkplatz am Forsthaus Auerberg führt die „Straße der Lieder“ durch den Wald hinauf zur Josephshöhe. Je nach Ausgangspunkt sollte man dafür etwa 15 bis 25 Minuten einplanen. Längere Wanderwege beginnen unter anderem in Stolberg und führen über die Alte Auerbergstraße oder die Alte Poststraße hinauf. Besonders schön zeigt sich der Auerberg im Herbst, wenn buntes Laub die Wege bedeckt und zwischen den Bäumen immer wieder das eiserne Kreuz auftaucht.

Wer den Blick von oben genießen möchte, muss zunächst 200 Stufen überwinden. Von der Aussichtsplattform öffnet sich bei guter Sicht ein weiter Rundblick über die Berge und Wälder des Südharzes. Der Blick reicht bis zum Brocken und zum Kyffhäuser und kann bei klaren Sichtverhältnissen sogar bis zum Inselsberg im Thüringer Wald reichen.

Die Geschichte des Aussichtsturms reicht weit zurück. Bereits im 17. Jahrhundert stand auf dem Auerberg ein erster hölzerner Aussichtsturm. 1834 wurde schließlich ein 26 Meter hohes hölzernes Doppelkreuz nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel eingeweiht. Es trug bereits den Namen Josephskreuz, benannt nach Graf Joseph zu Stolberg-Stolberg, der den Bau in Auftrag gegeben hatte. In der Nacht vom 11. zum 12. Juni 1880 wurde die Holzkonstruktion nach einem Blitzeinschlag durch ein Feuer bis auf die Fundamente zerstört.

An gleicher Stelle entstand anschließend das heutige Josephskreuz aus Stahl. In Anlehnung an Schinkels Doppelkreuz und mit konstruktiven Elementen nach dem Vorbild des Eiffelturms wurde die neue, rund 123 Tonnen schwere Stahlfachwerkkonstruktion errichtet und 1896 eingeweiht. Damit feiert das heutige Josephskreuz im Jahr 2026 bereits sein 130-jähriges Bestehen.

Unterhalb des Kreuzes lädt das Bergstüb’l Josephshöhe zu einer Pause ein, für Kinder gibt es einen kleinen Spielplatz am Waldrand.

Gut zu wissen: Das Josephskreuz ist in erster Linie ein Wanderziel. Die Zufahrt direkt zur Josephshöhe ist nicht gestattet; am Fuß des Auerbergs stehen Wanderparkplätze zur Verfügung. Der Aufstieg auf den Aussichtsturm ist kostenpflichtig. Da der Turm bei ungünstiger Witterung aus Sicherheitsgründen auch kurzfristig geschlossen werden kann, lohnt sich vor der Anfahrt ein Blick auf die aktuellen Hinweise.

Fakten zum Josephskreuz

Höhe des Turms: 38 Meter

Lage: Josephshöhe auf dem Großen Auerberg bei Stolberg

Aufstieg: 200 Stufen bis zur Aussichtsplattform

Bauweise: Stahlfachwerk mit rund 100.000 Nieten

Erreichbar: über Wanderwege oder vom Parkplatz am Forsthaus Auerberg

Aussicht: Südharz, Brocken, Kyffhäuser und bei klarer Sicht Thüringer Wald

Harzer Wandernadel: Stempelstelle 215

Der Bitterfelder Bogen – Weitblick über eine Landschaft im Wandel

Stahlkonstruktion des Bitterfelder Bogens mit begehbarer Rampe auf dem Bitterfelder Berg

Bitterfelder Bogen

Schon aus einiger Entfernung fällt der Bitterfelder Bogen mit seiner ungewöhnlichen Form auf. Die große Stahlkonstruktion steht auf dem Bitterfelder Berg im Ortsteil Holzweißig und gehört heute zu den Wahrzeichen von Bitterfeld-Wolfen. Wo früher der Braunkohlebergbau die Landschaft bestimmte, öffnet sich von hier oben der Blick über eine Region, die sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert hat.

Entworfen wurde der Bitterfelder Bogen vom Frankfurter Künstler Claus Bury. Seine geschwungene Form erinnert an die Bewegung einer Baggerschaufel und greift damit bewusst die Bergbaugeschichte auf. Gleichzeitig soll der Bogen den Wandel von der früheren Industrie- und Tagebaulandschaft hin zur heutigen Seen-, Natur- und Freizeitregion symbolisieren. 2006 wurde das Kunstwerk eingeweiht.

Vom Parkplatz am Fuß des Bitterfelder Berges geht es zunächst bergauf. Der Weg ist gut zu bewältigen, stellenweise allerdings etwas steiler. Oben angekommen wird es deutlich angenehmer: Der Bitterfelder Bogen selbst wird über einen 540 Meter langen, im Zickzack geführten Laufsteg erschlossen. Dadurch gewinnt man die Höhe ganz allmählich, und während des Aufstiegs öffnen sich immer wieder neue Perspektiven auf die Umgebung.

Spätestens auf der oberen Plattform zeigt sich, warum sich der Weg lohnt. Der Blick reicht weit über Bitterfeld-Wolfen, das Bitterfelder Land und die Goitzsche mit ihren großen Wasserflächen. Gerade von hier oben wird besonders deutlich, wie aus einer vom Braunkohletagebau geprägten Landschaft eine völlig neue Seenlandschaft entstanden ist. Für mich gehört genau dieser Kontrast zum Besonderen des Bitterfelder Bogens: Man schaut nicht nur weit, sondern gleichzeitig auf ein Stück Landschaftsgeschichte.

Mit 28 Metern Gesamthöhe, 81 Metern Länge und 14 Metern Breite ist die Konstruktion schon für sich beeindruckend. Der Fußpunkt liegt auf 106 Metern über Normalnull, die oberste Plattform auf 127 Metern. Durch die offene Lage kann es dort oben allerdings ordentlich windig werden. Eine Jacke und notfalls auch ein Mützchen sind deshalb keine schlechte Idee – selbst wenn es unten noch recht angenehm ist.

Auch bei der Anreise gibt es eine praktische Besonderheit. Am Fuß des Bitterfelder Berges befindet sich ein Parkplatz. Menschen mit Behindertenausweis dürfen mit dem Pkw bis zum Bogen hinauffahren. Von dort lässt sich der lange Rampenweg deutlich einfacher erreichen.

Gut zu wissen: Vom unteren Parkplatz führt der Weg zunächst etwas steiler bergauf. Der Bogen selbst lässt sich über den langen Rampenweg dagegen angenehm begehen. Oben ist es häufig deutlich windiger als am Fuß des Bitterfelder Berges.

Fakten zum Bitterfelder Bogen

Lage: Bitterfelder Berg im Ortsteil Holzweißig

Eröffnet: 2006

Entwurf: Claus Bury

Gesamthöhe: 28 Meter

Länge: 81 Meter

Laufsteg: 540 Meter

Oberste Plattform: 127 Meter über Normalnull

Aussicht: Goitzsche, Bitterfeld-Wolfen und das Bitterfelder Land

Der Pegelturm – Aussicht mitten auf dem Goitzschesee

Pegelturm mit Seebrücke auf dem Goitzschesee bei Bitterfeld

Schon der Weg zum Pegelturm macht diesen Aussichtspunkt besonders. Eine lange Seebrücke führt vom Ufer hinaus auf den Großen Goitzschesee, an ihrem Ende erhebt sich der schlanke, 26 Meter hohe Turm direkt über dem Wasser. Je weiter man über die Brücke hinausläuft, desto mehr öffnet sich der Blick über den See – und selbst wer den Turm nicht besteigen möchte, bekommt hier bereits eine schöne Portion Goitzsche-Panorama.

Der Pegelturm entstand als Landmarke für die neue Landschaft zwischen Bitterfeld und Mühlbeck. Seine Konstruktion passt dabei erstaunlich gut zu einem See, der selbst erst aus einer ehemaligen Tagebaulandschaft hervorgegangen ist. Turm und Seebrücke sind auf schwimmenden Pontons gelagert und können sich mit dem Wasserstand bewegen. Der Turm wird dabei von einer fest im Seegrund verankerten Konstruktion geführt – daher auch sein Name.

Wer ganz nach oben möchte, braucht allerdings etwas Kondition. Zwei gegenläufige Wendeltreppen führen zur Aussichtsplattform in 26 Metern Höhe und wieder hinunter. Einen Aufzug gibt es nicht. Oben wartet dafür ein weiter Rundblick über den Goitzschesee und die umliegenden Orte. Ich selbst bin bisher nicht hinaufgestiegen, habe aber schon von der gut begehbaren Pontonbrücke den Blick über den See genossen.

Besonders schön lässt sich die Uferpromenade entlanglaufen. Der Weg führt direkt am Wasser entlang und eignet sich gut für einen gemütlichen Spaziergang. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann vom Pegelturm weiter in Richtung Bitterfeld und bis zum Hafen beziehungsweise zur Marina gehen. Dabei bleibt der Goitzschesee immer wieder im Blick – und aus einem kurzen Besuch am Pegelturm wird schnell eine längere Runde am Wasser.

Auch für Familien gibt es rund um den Pegelturm einiges. In unmittelbarer Nähe liegen Strand und Spielplatz, dazu kommen Gastronomie und verschiedene Freizeitangebote. An der Bernsteinpromenade können unter anderem Fahrräder, E-Bikes, Rikschas, Tretmobile und Karts ausgeliehen werden – genau diese mehrsitzigen Gefährte, bei denen mehrere gemeinsam in die Pedale treten.

Ein Blick zurück gehört ebenfalls zur Geschichte des Pegelturms. Im Januar 2007 wurde die damalige schwimmende Seebrücke durch den Orkan Kyrill so stark beschädigt, dass sie versank. 2009 entstand eine neue Brücke, über die der Pegelturm seitdem wieder erreichbar ist.

Gut zu wissen: Der kostenpflichtige Parkplatz liegt direkt an der B100 und damit nur einen kurzen Weg vom See entfernt. Die Parkdauer wird bei Ein- und Ausfahrt automatisch über das Kennzeichen erfasst; bezahlt wird vor der Abfahrt nach Eingabe des Kennzeichens. Die Pontonbrücke ist ohne Treppen erreichbar, der Pegelturm selbst dagegen nur über Wendeltreppen.

Fakten zum Pegelturm

Höhe: 26 Meter

Material: Stahl

Aufstieg: 144 Stufen über zwei gegenläufige Wendeltreppen

Baubeginn: 6. Juni 1999

Fertigstellung: 9. Juni 2000

Seebrücke: rund 190 Meter lang

Besonderheit: schwimmender Aussichtsturm, der sich dem Wasserstand anpasst

Weitere Aussichtspunkte und Türme entdecken

Sachsen-Anhalt hat noch weit mehr Aussichtspunkte, Türme und besondere Orte mit Weitblick zu bieten. Manche stehen weithin sichtbar in der Landschaft, andere verstecken sich an Wanderwegen, Seen oder auf bewaldeten Höhen.

Die hier vorgestellten Ziele gehören zu den markantesten und zeigen bereits, wie unterschiedlich die Aussichten im Land sein können – vom Brocken und den Felsen des Bodetals bis zu modernen Landmarken in den ehemaligen Bergbauregionen. Weitere Aussichtspunkte und Türme werden nach und nach ergänzt.

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