Ferropolis

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Eine Reise nach Ferropolis ist eine Reise in die Vergangenheit und die Zukunft. Fünf ausgediente Schaufelrad- und Eimerkettenbagger sowie Absetzer, jeder einzelne bis zu 130 Meter lang und 30 Meter hoch, stehen auf einer Halbinsel im Gremminer See: insgesamt 7000 Tonnen Industriegeschichte. Hier befand sich einst die Zentrale des inzwischen gefluteten Braunkohletagebaus Golpa-Nord.
Bis 1991 wurde um die Halbinsel herum Braunkohle abgebaut. Dann sollten die Tagebaugroßgeräte – Monumente des fossilen Energiezeitalters – verschrottet werden. Doch ehemalige Bergleute und Visionäre aus dem Umfeld des Bauhauses Dessau retteten die stählernen Kolosse und gruppierten sie zu einem eindrucksvollen Ensemble. Heute ist Ferropolis ein lebendiges Museum voll erlebbarer Geschichte. Das aufregende Stahlensemble dient als einmalige Kulisse für Konzerte und Events. Und Ferropolis ist Erholung für einen Tag – eine Insel fernab vom Alltag, ein Ort voller Energie.

Luftaufnahme Ferropolis

Luftaufnahme Ferropolis

Foto: Christiane Eisler

FERROPOLIS - Die Geschichte

Gräfenhainichen, Tagebau Golpa-Nord: Jahrzehntelang ein Ort entfesselter Industriekräfte und Umweltsünden, aber auch sicherer Arbeitsplätze und großartiger Leistungen der Arbeiter und Ingenieure im Bergbau. Doch dann hatte Braunkohle kaum mehr Zukunft in Sachsen-Anhalt. Was tun? Abreißen, verschrotten, die Spuren verwischen? Oder auf der Vergangenheit aufbauen und den Neuanfang wagen?
1957 begannen die Vorarbeiten für den Tagebau Golpa-Nord. Sieben Jahre später setzte die planmäßige Braunkohleförderung ein. Die hatte in Mitteldeutschland eine lange Tradition, ihre Wurzeln reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. In den 1950er Jahren verschmolzen die zunächst verstreuten Reviere zu einem Ganzen. Der Abbau erreichte gewaltige Ausmaße. Ergebnis: 20 Tagebaue mit einem jährlichen Auswurf von zuletzt rund 100 Millionen Tonnen Kohle, gefördert von fast 60.000 Bergleuten und verwertet von zahlreichen Kraftwerken, Brikettfabriken und Schwelereien. Noch ein Ergebnis: tiefe Löcher in der Erde. Unter diesen gehörte Golpa-Nord eher zu den kleinen. Der Förderaufwand war dennoch enorm: Für einen Eimer Braunkohle mussten sechs Eimer Wasser abgepumpt und 5 Eimer Abraum verkippt werden. 1991 war Schluss – nahezu die gesamte mitteldeutsche Braunkohleindustrie stand damals vor dem Aus.

Foto: Andre Kehrer

In Golpa-Nord nahm fortan eine Vision Gestalt an: FERROPOLIS. Die Idee dazu kam aus dem Bauhaus Dessau, ihre Umsetzung verdankt sich zu einem beträchtlichen Teil der Begeisterung und Hartnäckigkeit der Menschen vor Ort. Heute ist FERROPOLIS Museum, Industriedenkmal, Stahlskulptur, Veranstaltungsareal und Themenpark gleichermaßen. Alles beherrschend: die riesigen Baggermaschinen, die aussehen wie Dinosaurier eines Vergangenen Zeitalters.
Doch die Zukunft hat längst begonnen. Das bezeugen erste Ansiedlungen kleiner Unternehmen ebenso wie zahlreiche neue Projekte: Kulturfestivals, mit Strom versorgt vom Solarkraftwerk Ferrosolar. In FERROPOLIS ist die Geschichte der Zukunft sichtbar. Und die Gegenwart wird gefeiert: Internationale Festivals ebenso wie große Konzerte von Herbert Grönemeyer bis Metallica haben FERROPOLIS einen europaweiten Ruf als einmalige Kulisse für Künstler und Publikum verliehen: Cool Tradition!

Praktische Tipps

Anschrift/Kontakt

Öffnungszeiten

FERROPOLIS - Stadt aus Eisen
Ferropolisstraße 01
06773 Gräfenhainichen

Web: www.ferropolis.de

1. April - 31. Oktober
Wochentags: 10.00 - 18.00 Uhr
Sa, So, Feiertags: 10.00 - 19.00 Uhr

1. November - 31. März
täglich: 10.00 - 17.00 Uhr
bzw. bis zum Einbruch der Dunkelheit

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